Die neue Langsamkeit

In der heutigen Zeit werden wir mit einer Fülle von Informationen überschwemmt. In Deutschland wurde am 3. August 1984 um 10:14 Uhr die erste Internet-E-Mail empfangen und damit begann die rasende Entwicklung der superschnellen Kommunikation über das Internet. Während vor 25 Jahren ein Brief mehrere Tage zur Beantwortung brauchte werden E-Mails heute in großen Mengen innerhalb von Sekunden bearbeitet. Das Gehirn muss immer mehr Informationen in einer geringen Zeit verarbeiten, der Leistungsdruck wächst, und Stress-Erkrankungen sind an der Tagesordnung. Sogar für die Freizeit gibt es schon elektronische Abwesenheitsvertretungen. In meinem Berufsalltag als Ärztin in der Forschung sind mir diese Situationen zuhauf begegnet.

Diesem Trend möchte ich mit meinem Töpferlädchen bewusst etwas entgegen setzen.

Die neue Langsamkeit bedeutet eine Abkehr vom Technik-Trend und ein Gegengewicht zur Reizüberflutung in unserer heutigen Welt. Töpfern erfordert Zeit, die wir uns in unserer schnelllebigen Welt zu selten nehmen. Zwischen Gestalten und Brennen vergeht Zeit, die das Werk zum Trocknen braucht, je nach Dicke bis zu 4 Wochen. Erst nach dem Rohbrand können Glasuren oder Engoben (gefärbtes Tonmehl) aufgetragen und ein zweites Mal gebrannt werden. Erst dann ist die Keramik fertig, bunt und je nach Temperatur frostfest, wasserdicht und spülmaschinenfest.

Die Freude an der erdigen Tätigkeit und an der Langsamkeit, durch eigenes Töpfern oder an den fertigen Werken, möchte ich mit anderen Menschen teilen. Deshalb ist mein Töpferlädchen kein reines Verkaufsgeschäft, sondern bietet vielfältige Möglichkeiten, sich mit Keramik zu beschäftigen.

  • Das Töpferlädchen existiert real in der Nordeifel in Simmerath, im Ortsteil Lammersdorf.
  • Es ist ein Laden, in den man hinein gehen kann.
  • Die Waren können im Laden besichtigt und angefasst werden.
  • Zur Kommunikation gibt es lebende Menschen, mit denen man sprechen kann.